Abschlussbericht zum FAIR Data Publisher - Grundlage für interoperable Datenräume in Europa
Mit dem Abschluss des FAIR-Data-Publisher-Projekts präsentiert MISSION KI die Ergebnisse einer zentralen Initiative innerhalb ihrer Arbeit an Datenökosystemen. Unter Leitung der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen (GWDG) entwickelten 18 Partner eine offene Servicearchitektur für FAIR Digital Objects (FDOs) – Bausteine für einen sicheren, standardisierten und interoperablen Datenaustausch über Sektoren- und Ländergrenzen hinweg.
Der jetzt veröffentlichte Abschlussbericht bündelt zwei Jahre Entwicklungsarbeit zum Aufbau einer gemeinsamen Datensprache für Forschung, Verwaltung und Wirtschaft. FDOs machen Informationen eindeutig identifizierbar, maschinenlesbar und rechtssicher nutzbar – unabhängig davon, wo sie gespeichert sind oder aus welchem System sie stammen.
Dr. Sven Bingert, Projektmanager bei der GWDG:
"Mit den FAIR Digital Objects schaffen wir die Grundlage für eine zukunftsfähige Datenökonomie. Sie verbinden Daten, Metadaten und Rechte in einem gemeinsamen Rahmen – maschinenlesbar, interoperabel und vertrauenswürdig."
Erprobt wurde die Architektur in fünf Anwendungsfeldern: von digitaler Medizin über industrielle Fertigung und Robotik bis hin zu komplexen Systemen und Quantencomputing. In allen Bereichen konnten FDOs zeigen, wie sie den Zugang zu bislang ungenutzten Datensätzen (Dark Data) erleichtern und zugleich Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Wiederverwendbarkeit erhöhen – etwa bei Forschungsdaten, Produktionsprozessen oder digitalen Zwillingen.
Neben der technischen Umsetzung wurden auch die rechtlichen und ökonomischen Dimensionen der Architektur umfassend geprüft. Der Bericht zeigt, wie FDOs sich mit bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen – etwa DSGVO, Data Act und Data Governance Act – in Einklang bringen lassen und welche Potenziale für neue Geschäfts- und Betriebsmodelle entstehen. Die Empfehlungen geben Impulse für den weiteren Transfer in öffentliche Dateninfrastrukturen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen.
Highlights aus dem Abschlussbericht
FDO-Servicearchitektur
Modulare Mehr-Komponenten-Architektur mit Tool zur Erstellung von FAIR Digital Objects aus unstrukturierten Daten
Praxisvalidierung
Anwendungen in Medizin, Fertigung, Robotik, Quantencomputing und komplexen Systemen
Rechtliche Bewertung
Prüfung der Architektur auf Konformität mit DSGVO, EU Data Act und Data Governance Act
Ökonomische Analyse
Ansätze für nachhaltige Betriebs- und Geschäftsmodelle offener FDO-Infrastrukturen
Standardisierung und Transfer
Empfehlungen für den breiten Einsatz von FAIR Digital Objects in Verwaltung, Forschung und Wirtschaft