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Säule 1

Urban Twin Link

Die Brücke zwischen Datenräumen und digitalen Zwillingen

Städte stehen vor großen Herausforderungen: Mobilitätswende, Klimaanpassung und Flächendruck. Digitale Zwillinge eröffnen hier neue Möglichkeiten für Planung und operative Steuerung – doch vielen Kommunen fehlt der einfache, verlässliche Zugang zu aktuellen, verteilten Daten jenseits der eigenen Verwaltung.

Urban Twin Link schließt diese Lücke: er verbindet Digitale Zwillinge mit Datenräumen und macht externe Daten für Simulation, Monitoring und konkrete Use Cases nutzbar. Urban Twin Link wurde als Proof of Concept in Augsburg entwickelt und mit Verkehrs- und Logistikdaten erprobt. Die Architektur ist erweiterbar und kann für weitere Smart City-Anwendungsfelder adaptiert werden (z. B. Energie, Umwelt oder IoT).

Es entstand eine modulare, Open-Source-Softwarearchitektur als containerisierter Open-Source-Stack (MIT-Lizenz). Interessierte Städte und Datenraum-Plattformen können die Lösung nun frei nutzen und integrieren.

Praxistest Augsburg

Smarte Lade- und Lieferzonen

In Augsburgs Innenstadt konkurrieren Lieferverkehr, Einzelhandel und Fußgänger um knappen Raum, während die Nachfrage nach Lieferzonen im Tages- und Wochenverlauf stark variiert. Durch den Urban Twin Link wurden im Anwendungsfall in der Stadt Augsburg die technischen Voraussetzungen für eine umfassend datengetriebene Analyse und Optimierung der bestehenden Lade- und Lieferzonen geschaffen.

Der Digitale Zwilling der Stadt Augsburg wurde mit dem Urban Twin Link gezielt durch externe Datenquellen aus dem Mobility Data Space (MDS) angereichert. Zusammengeführt wurden Floating Car Data von Mobito, Logistikdaten von DHL, lokale Sensordaten von bestehenden Lade- und Lieferzonen sowie statische Kontextinformationen wie Radverkehrsströme und Unfallstandorte. Diese integrierte Datenbasis schaffte ein präziseres, stadtweites Lagebild des Lieferverkehrs und macht Hotspots, sicherheitsrelevante Konflikte und Optimierungspotenziale sichtbar.

Die automatisierten Analysen ermöglichten es, räumliche Cluster von Lieferstopps zu erkennen, zeitliche Spitzenmuster zu identifizieren und betriebliche Engpässe sichtbar zu machen. Gleichzeitig wurden Radverkehrs- und Unfallinformationen integriert, um sicherheitskritische Bereiche hervorzuheben und Ineffizienzen oder Fehlhaltungen aufzudecken. Auf Basis der Daten konnten durch die Analysen im digitalen Zwilling der Stadt Augsburg datenbasierte Standortempfehlungen für optimierte oder neue Lade- und Lieferzonen erzeugt werden.

Zudem können durch die gewonnenen Erkenntnisse dynamische Lieferzonen evaluiert werden, die sich flexibel an den tatsächlichen Bedarf anpassen und die gemeinsame Nutzung von Halteflächen durch private und gewerbliche Verkehrsteilnehmer ermöglichen. Langfristig dient dieses Vorgehen als skalierbare Blaupause für weitere Städte.

Module & Architektur

Urban Twin Link ist ein modularer, quelloffener Software-Stack (MIT-Lizenz), der städtische Digitale Zwillinge mit etablierten Datenräumen wie dem Mobility Data Space (MDS) verbindet.

Die Architektur orientiert sich an bewährten Open-Source-Komponenten wie die urbane Datenplattform CIVORA, eine Open-Source-Lösung für kommunale Dateninfrastrukturen, die vom Datenkompetenzzentrum für Städte und Regionen (DKSR) entwickelt wurde. Sie nutzt offene Schnittstellen (z. B. NGSI-LD, OGC API, SensorThings API), um eine breite Nachnutzung zu ermöglichen. 

Alle Module sind containerisiert, einzeln deploybar und lassen sich via REST-API oder Message-Bus verbinden. So können Städte nur die Komponenten einsetzen, die sie tatsächlich benötigen. 

Modul

Aufgabe

Data Ingestors

Erfassen statische oder nicht direkt im Datenraum verfügbare Quellen (Open Data, Geodaten, Statistik, Sensorik)

Data Sink 

Konsumiert die über den Connector bereitgestellten Datenströme, harmonisiert Formate, führt Qualitäts- und Metadaten-Checks durch und versieht Datensätze mit Zeitstempeln

ML/AI-Pipeline

Automatisiert Datenqualitätsprüfung, Transformation, Modelltraining und Prognose-Generierung für Simulationen und Dashboards

Alle Module (Container, APIs, Konfigurationen) sind als Open Source verfügbar.

Mehrwert für Kommunen und Datenräume

Urban Twin Link wird als offener Software-Stack konzipiert, damit jede Kommune in Deutschland ihre digitalen Zwillinge einfach und sicher mit externen Datenräumen verbinden kann.

Offen & Souverän:

Dank Open-Source-Ansatz und MIT-Lizenz gibt es keinen Vendor-Lock-in. Sie behalten die volle Kontrolle.

Modular & Effizient:

Modulare Architektur ermöglicht schrittweise Integration in bestehende Smart City-Infrastrukturen. Containerisierte Komponenten sind einzeln deploybar und konfigurierbar.

Standardisiert & Zukunftssicher:

Durch die Nutzung offener Schnittstellen ist die Lösung interoperabel und in bestehende IT-Landschaften integrierbar.

Mehr als Mobilität

Urban Twin Link kann in vielen Szenarien eingesetzt werden: Die Bausteine für Datenaufnahme und -bündelung (Ingestors, Data Sink) schaffen in jeder Domäne eine gemeinsame Datengrundlage. Die im PoC verwendete ML/AI-Pipeline ist derzeit auf Verkehrsanwendungen zugeschnitten, lässt sich jedoch für Energie, Umwelt, Bau & Bestand oder weitere IoT-Use Cases flexibel erweitern oder austauschen. Die Beispiele unten skizzieren mögliche Nachnutzungen.

Smart Mobility & Logistik

Dynamische Zonen, Verkehrsflussoptimierung 

Energie & Klima

Simulation von Quartierslasten und Szenarien 

Bauwesen & Bestand

Digitale Infrastruktur- und Sanierungsplanung 

Resilienz & Umwelt

Risikoabschätzungen z. B. für Hochwasser oder Hitzeinseln 

Städtische IT & Datenstrategien

Interoperable, skalierbare Integrationen 

Mitmachen & nächste Schritte

Status: Projekt abgeschlossen (Herbst 2025).

Melden Sie sich, wenn Sie Fragen haben oder Urban Twin Link in Ihrer Stadt einsetzen möchten.

Projektpartner

„Eine nahtlose Arbeit mit Daten über verschiedene Bereiche hinweg ist für viele Städte nach wie vor herausfordernd. In Augsburg zeigen wir, wie die datenbasierte Stadtplanung funktionieren kann. Gleichzeitig entsteht eine digitale Lösung, die bundesweit nachgenutzt werden kann.“


Dr. Alanus von Radecki,
CEO beim Datenkompetenzzentrum für Städte und Regionen